Warum ich Hardware von AMD benutze - Grafikkarten, Teil 2

In diesem Teil werde ich mich, wie angekündigt, mit der damaligen und der heutigen Technik der Grafikkarten von Nvidia und AMD beschäftigen und erklären, wieso dies für mich eine Rolle spielt.

Als AMD ATI gekauft und in das Unternehmen integriert hat, war ATI nur die zweite Wahl. Ursprünglich wollte AMD Nvidia kaufen, war aber mit der Bedingung, dass Nvidia's CEO der CEO der fusionierten Firma wird, nicht einverstanden, wahrscheinlich weil dieser die Firmenstrategie, welche letztendlich zum Kauf von ATI führte, in dieser Form nicht weiter verfolgt hätte. Die Begründung der Bevorzugung Nvidias ist neben der gleichen Farbe des Firmenlogos in der damaligen Architektur zu suchen.

Zur Zeit der Übernahme befanden sich bei beiden Unternehmen die ersten Architekturen mit Unified Shadern in der Entwicklung bzw vor dem Release. Während die Architektur von ATI auf VLIW5-Shader setzte, waren die Shader bei Nvidia auf das Doppelte des normalen Chiptaktes gebracht und nicht direkt voneinander abhängig, was im Gegensatz zu ATI's Design die Ausführung voneinander abhängiger Operationen zur selben Zeit erlaubte. Weiterhin war deshalb wesentlich weniger Optimierungsaufwand im Treiber notwendig. Zusammen mit größeren Caches und besserer Anbindung der Shader untereinander durch das Speichersystem war Nvidias Architektur wesentlich besser für GPGPU geeignet, was der wichtigste Faktor für die Strategie und die Zukunft AMDs gewesen wäre.
Mit der Terascale-Architektur samt VLIW-Shadern bei ATI hatte AMD nicht das beste Blatt. Ich nehme an, dass sich der Verhältnis der Architekturen von ATI/AMD und Nvidia unter anderem deshalb 2011/12 komplett umgedreht hat. Ab der HD 7000 Serie setzt AMD eine komplett neue Grafikarchitektur mit dem Namen "Graphics Core Next" ein. Diese löst das VLIW-Shader Design auf, vergrößert Caches und passt das Front End an, so dass sich ab da bis heute alle AMD sehr gut für GPGPU eignen. Bei Nvidia ist das Gegenteil eingetreten: Ab der GTX 600 Serie wurde die Kepler-Architektur eingeführt, die Viel von dem, was GPGPU gut gebrauchen könnte, aber auch Strom kostet, verkleinert, beispielsweise eben die Caches. Was GPGPU angeht, sind Kepler-Karten ungefähr mit einer GCN-Karte, die bei normalen Anwendungen etwa ein Segment (High-End, Performance, Mainstream, Low-End) unter ihnen liegt, zu vergleichen.

Mittlerweile sind übrigens 2 Karten der Maxwell-Architektur von Nvidia auf dem Markt, die noch einmal wesentlich effektiver als Kepler, aber vor allem dank für GPUs riesiger Caches auch gut für GPGPU geeignet sind. Würden sich diese Architektur durch das gesamte Portfolie ziehen, würde ich technisch mittlerweile eine Nvidia bevorzugen

So, ich denke, das Wichtigste wurde genannt. Es ist sinnlos, ein Produkt zu kaufen, wenn es eine klar überlegene Alternative für den Preis gibt, daher ist der technische Aspekt wahrscheinlich der wichtigste. Im nächsten Teil werde ich mich aber dem widmen, weil mir persönlich bei der Kaufentscheidung wichtig wird, wenn die Produkte vergleichbar sind: die Sympathie der Firmen und Produkte.

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